Business-Yoga

in Yoga aktuell

BusinessYoga72.jpgEntspannung im Konferenzraum? Mal was anderes als „Business as usual"

Ein gut aussehender Mann sitzt auf einer Yogamatte. Er trägt einen Anzug und Krawatte. Seine Augen sind geschlossen, seine Hände in Meditationshaltung. Der schöne Mann ist Modell für „Business Yoga". In Schweden ist Business Yoga längst populär, jetzt auch in Berlin. 2003 wurde in der Hauptstadt das „Institut für Business Yoga" gegründet.
Sie kennen die Welt ihrer Kunden. Noch vor einigen Jahren saßen sie selbst in dieser Welt, auf einem Bürostuhl, der Rücken verspannt, der Gedanke im Kopf, dass das nicht alles sein kann. Sie wollten mehr, aber es war noch nicht klar, was. Als sie sich begegneten, wussten sie es: Business Yoga statt Business.

Andreas Langkopf, Jahrgang 1969, Lind Nives Kaucher, Jahrgang 1971, haben sich erst vor ein paar Jahren kennen gelernt, ihr Leben vollkommen geändert und das „Institut für Business Yoga" in Berlin gegründet. Andreas Langkopf war Wirtschaftsstudent und hatte his 1999 mit Spiritualität nichts zu tun. Dann begegnet er einer Hellseherin, die ihn überzeugt, er ändert sein geplantes Diplomarbeitsthema bei BMW und schreibt über „Medialität als Werkzeug für Unternehmensberatung". Nach dem Studium geht er nach Berlin und arbeitet in einem Vertrieb. „Eines morgens bin ich aufgewacht und dachte, was mache ich hier eigentlich", sagt Andreas. Er ist orientierungslos, beginnt mit Yoga, und ahnt nach einer Weile, wohin sein Weg führt. Er will Seminare in Unternehmen geben, weiß nur nicht, wo und wie. In dieser Zeit trifft er Nives in einer Berliner Yogaschule. Sie ist Assistentin in einem IT Unternehmen und weiß, dass sie Yogalehrerin werden will. „Ich bin ausgeflippt vor Begeisterung", sagt Andreas. „Wir haben begriffen, wir sollten das zusammen machen". Sie kündigen ihre Wohnungen und Jobs und gehen ins Haus Yoga Vidya, bleiben sieben Monate lang, ihr Ziel ist klar: Sie wollen in Firmen Yogakurse anbieten.
2003 mieten sie sich eine Wohnung im Prenzlauer Berg, in der sie ein kleines Büro einrichten. Sie haben kein Geld, aber den Glauben an ihre Mission und das Vorbild Business Yoga in Schweden. „Wir wussten, das ist unser Weg, es kann nur nach vorne gehen", erzählt Andreas. Wir haben nicht aufgehört, daran zu glauben", sagt Andreas. Er arbeitet weiter, den Sommer hindurch, Nives geht nach Indien in die „Bihar School of Yoga". Nach dem Sommer hat Andreas zehn Kunden gewonnen. Sie wechseln die Rollen, Nives arbeitet weiter, Andreas fährt nach Indien. „Am Anfang dachte ich, ich kann das nicht, telefonieren, Kunden akquirieren", sagt Nives. „Ich saß oft heulend vor dem Telefon und wollte nicht mehr". Doch inzwischen nennt Andreas seine Partnerin eine „Akquise-Fee". Heute hat das Institut für Business Yoga 23 Kunden, darunter die Deutsche Bahn, Telekom, Post, Verdi, Biotronik, SAP, Rotes Rathaus u.a. Das Institut für Business Yoga ist über das Lifeforce Netzwerk Deutschland mit über 100 Leuten verbunden, die Yoga in Unternehmen anbieten.

Die Firmen buchen meist im Rahmen von Gesundheitstagen einen Einführungskurs Yoga. Der Einführungskurs besteht aus Theorie, Praxis und Entspannung. Es werden leichte Übungen auf Stühlen in Business Kleidung gemacht. Bei Interesse der Mitarbeiter startet nach dem Einführungskurs ein 10-wöchiger Yogakurs. Zu dem Kurs bringen die Teilnehmer Matten und Decken mit und ziehen ihre Business Kleidung aus.

Die Übungen aus dem Hatha-Yoga sind speziell auf die Bedürfnisse von Berufstätigen abgestimmt. Übungen für Bauch, Rücken, Nacken und Augen, kurze Sets, die man auch auf dem Bürostuhl machen kann, Sonnengruß und Yoga Nidra. „Es ist wie ein Segen für die Teilnehmer, die verlernt haben abzuschalten", sagt Andreas. „Sie fühlen sich entspannter, können besser schlafen, haben keine Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen mehr". Zielgruppe für die Kurse sind die durchschnittlichen Mitarbeiter der Firmen, Führungskräfte weniger. Pro Kurs kommen zehn bis zwanzig Leute, sie zahlen meist aus eigener Tasche 120 Euro für einen Zehn-Wochen-Kurs.

Die Yogastunden finden ausschließlich in den Räumen der Firmen statt. Die Mitarbeiter werden dort abgeholt, wo sie gerade stehen, auch räumlich. „Am liebsten wollen die Leute, dass eine Yogastunde 15 Minuten dauert", sagt Andreas. „Unsere Yogastunden dauern 60 Minuten, kürzer geht nicht". In den Yogastunden werden „einfache Körperstellungen, einfache Atemübungen, Tiefenentspannung und Konzentrationstechniken" erlernt.

Argumente, die die Unternehmen motivieren, einen Yogakurs zu buchen, sind: Yoga senkt Ausfallzeiten durch stressbedingte Krankheiten wie Herz- Kreislauf- und Rückenbeschwerden. Yoga bringt Entspannung und löst Anspannungen, die auch bedingt sind durch die unsichere Arbeitsmarktsituation. Yoga sorgt für Bewegung und erhöht die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer.
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„Die Leute sollen sehen, dass ich einer von ihnen bin", sagt Andreas. „Wenn ich aussehe, als käme ich aus dem Wald, kommen die Leute nicht in den Yogakurs". Andreas und Nives sehen so modern und weltlich aus, als könnte man sie auch beim Italiener um die Ecke treffen, bei einem Glas Rotwein, in Gespräche vertieft mit befreundeten Geschäftsleuten. „Ich sehe ganz deutlich, dass Business Yoga kommen wird"... J.J.


Weitere Infos zu Business-Yoga:
http://www.business-yoga-online.de


Kurse:
http://www.yogazentrum-pfeifferswoerth.de/business-yoga/content/kurse/kurse.html

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